Am heutigen Tag entdeckten wir Holland nochmal von einer (oder zwei) anderen Seite(n). Am Vormittag ging es in die drittgrößte Stadt der Niederlande, nach Den Haag (auch 's-Gravenhage), die Welthauptstadt der Gerichtsbarkeit, Regierungssitz der Niederlande und Königsresidenz. |
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Vom Hauptbahnhof ging es zunächst zum Binnenhof. Dieser Haager Hof bildet seit Jahrhunderten den Mittelpunkt des staatlichen Lebens der Niederlande. Er beherbergt unter anderem das Parlament (Tweede Kamer) im Unterhaus (Südflügel) und den Senat (Eerste Kamer) im Oberhaus (Nordflügel). In der Mitte des Binnenhofs befindet sich der Ridderzaal, dessen Giebel an der Frontseite des Gebäudes von zwei Türmen flankiert wird und in dem u.a. am Prinsjesdag die Thronrede gehalten wird. Davor steht ein neugotischer Brunnen mit der vergoldeten Statue von König Willem II. zusammen mit den Grafen Floris IV. und Floris V. |
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Leider wird der gesamte Gebäudekomplex zurzeit renoviert, sodass wir nur teilweise den Innenbereich des Binnenhofes, der sonst auch als Durchgangsweg zwischen Buitenhof (Außenhof) und Plein fungiert, besichtigen konnten. Normalerweise können auch der "Trêvesaal" (Sitzungssaal des Ministerrats), der "Mauristurm" (Turm des Ministerpräsidenten) und der "Kleine Turm" (Turm des Ministeriums für allgemeine Angelegenheiten) besucht werden. Wir verließen den Binnenhof wieder über das Grenadierspoort und kamen am "Het Torentje", der Arbeitsstelle des Premierministers, und dem Mauritshuis vorbei, das u.a. das Werk "Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge" von Jan Vermeer aus dem Jahr 1660 ausstellt. |
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Vom Mauritshuis aus gingen wir die Krote Vijverberg entlang bis zum Kopfende des Hofvijver mit "Haags Historisch Museum" und bogen dann auf die Lange Vijverberg ein. Hier hatten wir einen tollen Ausblick auf den Binnenhof mit dem Hofsee und der dahinter aufragenden modernen Skyline von Den Haag mit seinem Hochhausensemble bestehend aus Hofturm (142 m), Zürichturm (88 m), Castalia (104 m) und Prinzenhofturm. |
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Auf dem Weg kamen wir auch an der Skulptur "Den Haag Jantje" vorbei. Es handelt sich dabei um eine Bronzestatue von Graf Jan I. als Kind, Sohn von Graf Floris V. Eine Feder am Hut und an seinem rechten Arm ein Korb mit Pilzen aus dem Wald, zeigt er mit goldglänzendem Zeigefinger und Daumen der linken Hand auf das ehemalige Jagdschloss seines Vaters - im Mittelalter war "Grafenhaag" ein beliebtes Jagdgebiet. Es gibt sogar einen alten Kinderreim über Jantje: "In Den Haag lebt ein Graf und sein Sohn heißt Jantje". Als eine andere Touristin Daumen und Zeigefinger der Skulptur ergriff, taten wir es ihr nach, in der Hoffnung, dass uns sein Fingerzeig die richtige Richtung weist ;-). |
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Am Ende der Straße, gegenüber der zum 25-jährigen Thronjubiläum Königin Wilhelminas errichteten Gedenksäule von 1923, sahen wir das Rijksmuseum De Gevangenpoort mit dem alten Kerkertor der gräflichen Burg, das bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis diente. Wir gingen über "De Plaats" am Standbild von Johan de Witt vorbei, einer der ersten Nicht-Monarchen an der Spitze einer europäischen Großmacht. (Die Statue weist mit zwei Fingern auf die Stelle, an der er und sein Bruder Cornelis 1672 ermordet wurden.) Anschließend bogen wir auf die Hoogstraat ab und gingen bis zur Ecke Dagelijkse Groenmarkt mit dem Hotel / Restaurant 't Goude Hooft. Es ist das älteste Gasthaus Den Haags (1423 erstmals erwähnt) und seine Fassade zieren zwei goldene Köpfe. Auf dieser fünfarmigen Kreuzung steht auch der umgebaute, ehemalige Ratssaal, ein rundes Gebäude getragen von großen Säulen mit verschiedenfarbigen Ziegeln und einem grünen Dach. |
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Ein Stück weiter entlang der Straße steht seit 1796 die Drogisterij van der Gaag, deutlich zu erkennen an dem Gaper. Am Ende der Straße befindet sich Het Oude Stadhuis, an dessen Fassade fünf Statuen Glaube, Hoffnung, Liebe, Stärke und Gerechtigkeit repräsentieren und zwei Statuen neben dem Den Haager Wappen Gerechtigkeit und Vorsehung verkörpern. Viermal am Tag - um 9 und 18 Uhr zum Anfang und Ende des Arbeitstages sowie um 12 und 13 Uhr zum Beginn und Schluss der Pause - werden im weißen Turm des alten Rathauses die Glocken geläutet. Etwas weiter daneben steht die Grote of Sint-Jacobskerk, deren 93 m hoher Kirchturm durch seine in den Niederlanden einzigartige sechseckige Form auffällt. |
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Von dort aus ging es dann zum Grote Markt, wo uns sofort das "Standbeeld Haagse Harry" ins Auge fiel. Diese Skulptur wurde 2016 als Hommage an den Schöpfer dieser Comic-Figur, Illustrator Marnix Rueb, aufgestellt. Ich finde der "Haagse Harry" fügt sich wunderbar in das Bild dieser Stadt ein, da es hier auch überall Streetart-Kunstwerke zu entdecken gibt. |
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Unser letzter Sightseeing-Punkt lag leider etwas außerhalb, aber nach 20 min zu Fuß erreichten wir den Haagse Mart, den größten Wochenmarkt der Niederlande und der größte ständige Wochenmarkt Europas. Auf diesem multikulturellen Freilichtmarkt verkaufen etwa 540 Stände montags, mittwochs, freitags und samstags von 9 bis 17 Uhr alles was das Herz begehrt: von Lebensmitteln wie frischem Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch sowie Kräuter, Gewürze und Backwaren über Accessoires, Kleidung und Schuhe in verschiedenen Größen- und Farbmodeln bis hin zu Antiquitäten, Blumen, Elektronikbedarf und Küchenutensilien. Nach einem ausgiebigen Marktbummel ging es wieder zurück durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof. |
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Hier angelangt nahmen wir die Straßenbahnlinie 9, mit der wir in nur 10 min den Stadtbezirk Scheveningen erreichten, wo wir das erste Mal in diesem Jahr Meeresluft schnuppern konnten. Der ehemals kleine Fischerort hat sich mit der Zeit zum größten Badekurort der Niederlande entwickelt. Wir stiegen nahe dem Kurhaus (ein Jugendstilpalast von 1885 mit einer Skulptur von dem berühmten Kabarettist Wim Kaan und seiner Frau Corry Vonk auf dem Deynoonplein) aus und bummelten erstmal ein wenig durch das Einkaufszentrum "Palace Promenade". Als wir auf der anderen Seite wieder hinaustraten, standen wir unmittelbar vor dem 400 m langen, auf Pfählen gebauten Pier. Die Schateiland-Bastion erlangte durch das 42 m hohe Riesenrad "Skyview" und den 45 m hohen Aussichtsturm mit einem Bungeejumping-Turm und einer Zipline-Möglichkeit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Wir gönnten uns eine Fahrt mit dem "Skyview", auch wenn es ein recht teures Vergnügen war, aber wann hat man schonmal die Gelegenheit, eine Riesenradfahrt über dem Meer zu machen ;-). |
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Anschließend spazierten wir in Richtung des 49 m hohen Leuchtturms und kamen auf dem Boulevard an der Skulpturen-Terrasse vom amerikanischen Bildhauer Tom Otterness vorbei. Die mehr als zwanzig Skulpturen stellen jeweils ein Märchen dar, wie z.B. Gullivers Reisen oder Hänsel und Gretel, daher auch der Name "Sprookjesbeelden aan Zee (dt. Märchenfiguren am Meer). Die Treppe dort führte uns dann hoch zur Düne, wo wir zwei weitere Skulpturen entdeckten: "Light of the Moon" (ein überdimensionales Frauengesicht von Igor Mitoraj) und die "Fischerfrau von Scheveningen" (von Gerard Bakker aus dem Jahr 1982 zum Gedenken an die auf See Verstorbenen). Ausgehend von der "Fischerfrau" führt die Keizerstraat vom Strand in den Ortskern, wo wir in einer Pizzeria zu Abend aßen. |
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Auf dem Rückweg konnten wir den Sonnenuntergang über der Nordsee genießen und dann ging es auf selbem Weg wieder zurück. Es war zwar auch ein anstrengender Tag, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. |
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